STANDORTPOLITIK
IHK-Standortbarometer
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Energiekosten
Die Preise für Strom und Gas zählen zu den höchsten in Europa. Die Strompreise stiegen seit dem Jahr 2003 um fast 80%. Die Gaspreise steigen kohärent mit dem Ölpreis mit jährlichen Zuwächsen von über 10 %. Der hohe Ölpreis schlägt sich zudem im Kraftstoffpreis und somit in den Transportkosten und in zahlreichen Produkten, z.B. Kunststoffen, nieder.
Fachkräfteverfügbarkeit
Es bleibt nach wie vor schwierig, qualifizierte Fachkräfte in gewerblich-technischen Berufen zu finden. Beispielsweise in den Bereichen Metallverarbeitung (Mechatronik) und Gießerei gibt es seit Jahren zu wenig Bewerber. In manchen Branchen ist die Qualifizierung eigenen Nachwuchses ein unverzichtbares Muss. Das hilft allerdings nicht bei kurzfristigen Bedarfen.
Bürokratie
Hierunter sind in erster Linie vielfältige gesetzliche Anforderungen im Genehmigungsbereich, verzweigte Zuständigkeiten und umfangreiche Anzeige- oder Dokumentationspflichten zu verstehen. Deren zum Teil chaotisches Nebeneinander bzw. deren Zusammenwirken belasten die Unternehmen finanziell, personell und wirken investitionshemmend.
Gewerbesteuern/ Abgaben
Die Abgabenlast hat bedenklich hohe Ausmaße angenommen. Beispiele dafür sind die örtlich zum Teil extrem hohen Gewerbesteuerhebesätze, die LKW-Maut und Abwassergebühren.
Tarif-/ Arbeitsrecht
Gäbe es nicht die Möglichkeit, betriebliche Bündnisse für Arbeit bzw. flexible Arbeitszeitmodelle zu vereinbaren, wären die Arbeitskosten nicht in den Griff zu bekommen. Extrem störend werden die Beschränkungen bei der Beschäftigung von Zeitarbeitskräften und die fehlende Flexibilität beim Kündigungsschutz empfunden. Als wenig vertrauensbildend wird die Rechtsprechung der Arbeitsgerichte empfunden. Zudem dauern die meisten Verfahren unzumutbar lange.
Verkehrsinfrastruktur
Die Verkehrsinfrastruktur wird als allenthalben gut bezeichnet. Allerdings sind die Fortführung der Eifelautobahn (A1) und die Durchbindung der B 56 n in die Niederlande für die verbesserte Erschließung von Nachbarregionen weiterhin prioritär zu realisieren, sowie schnellere durchgehende Schienenverbindungen nach Düsseldorf und Köln. Zulieferung und Versand erfolgen überwiegend per LKW. Für den Handel spielt außerdem die Erreichbarkeit aus Kundensicht eine große Rolle. Hier sind mitunter kleinräumige Verbesserungen notwendig.
Standortattraktivität
Der Standort wird wegen seiner zentralen Lage in Europa, seiner guten Infrastruktur und seiner reizvollen Naherholungsqualität als attraktiver Lebensraum angesehen. Allerdings gibt es regelmäßig Schwierigkeiten, Managementfunktionen mit auswärtigen Spezialisten zu besetzen. Sie bemängeln die Randlage zu verdichteten Wirtschaftsregionen im Hinblick auf Beschäftigungsalternativen und persönliche Netzwerke.
Kreditvergabe
Die Kreditvergabe ist für mittelständische Unternehmen mit geringer Eigenkapitalquote mitunter problematisch. Geschäftsbanken sind in zahlreichen Fällen zurückhaltend. Am ehesten die Sparkassen können die teilweise kurzfristige Finanzierungsnachfrage bedienen. Bei den größeren und profitablen Firmen werden kaum Fremdkredite zur Finanzierung von Investitionen in Anspruch genommen.
Ausbildungssituation
Die Ausbildung nach dem dualen System wird überwiegend als in hohem Maße bewährt und sinnvoll erachtet. Insbesondere zur praxisgerechten Qualifizierung eigenen Nachwuchses wird diese Form der Ausbildung uneingeschränkt geschätzt. Eine flexiblere Anpassung von Berufsbildern ist allerdings gewünscht. Als zunehmend problematisch wird die Qualität der Bewerber gesehen.
Internationalisierung
Die Unternehmen sind fast ausnahmslos international integriert. Dies trifft vor allem auf den Export und zum Teil für die Nutzung internationaler Zuliefererkapazitäten zu. Die Internationalisierung der Wertschöpfungskette nimmt an Bedeutung zu und hilft die hiesigen Standorte zu sichern. In Einzelfällen bergen internationale Clusterprozesse Risikopotenzial für Halbzeughersteller.
Innovationsgrad
Der Innovations- und Automatisierungsgrad in den Unternehmen hat höchstes Niveau und ist damit Garant für die im internationalen Geschäft notwendige Spitzenproduktivität.
Produktivität und Technologieverfügbarkeit
Hier macht sich die Stärke des Technologiestandortes Aachen bezahlt. Sowohl die Produkte als auch die Prozesse sind qualitativ und effektiv auf höchstem Niveau. Das gilt für alle Branchen. Besonders positiv wirken hier die Hochschulkompetenz und der Ideenreichtum junger technologieorientierter Unternehmen.

