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Konjunkturbericht Jahresbeginn 2012
(PDF, 405 KB) (Dokument-Nr.: 83407)
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Obwohl die Schuldenkrise in Europa das politische Handeln seit Monaten bestimmt und die Wirtschaftsforschungsinstitute einen spürbaren Rückgang der Konjunktur vorhersagen, melden die Unternehmen im Kammerbezirk Aachen eine sehr gute Wirtschaftslage. Die Rückmeldungen erreichen fast die Rekordwerte des Frühjahrs 2011. Allerdings trüben die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen die Aussichten der Unternehmen, so dass die Wirtschaft in den kommenden Monaten langsamer wachsen wird. Das sind die Ergebnisse der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen, an der sich 324 Unternehmen mit etwa 46.500 Beschäftigten beteiligt haben. Mehr als die Hälfte der Unternehmen berichtet von einer guten Geschäftslage und einer verbesserten Ertragslage. Zwei von drei Industriebetrieben berichten von Umsatzsteigerungen im zurückliegenden Halbjahr.
Die Geschäftserwartungen haben sich im Vergleich zur vorangegangenen Befragung kaum verändert. Trotz der Risiken schaut die Mehrheit der Unternehmen zuversichtlich in die Zukunft. „Im Ergebnis wird sich die hohe Wachstumsdynamik des letzten Jahres abschwächen“, meint IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes. Die Unternehmen sehen in der Entwicklung der Inlandsnachfrage, in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sowie in der Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise die größten Risiken. „Es bleibt abzuwarten, inwieweit die europäischen Staaten die Schuldenkrise in den Griff bekommen. Auch wenn die politischen Signale für die Wirtschaft nicht gut sind, stehen die Unternehmen gesund und kräftig da und gehen mit Zuversicht in das neue Jahr“, sagt Drewes weiter.
Lage der Industrie sehr gut
Fast die Hälfte aller Industriebetriebe meldet eine gute Geschäftslage, nur sechs Prozent berichten von einer schlechten Lage. Sechs von zehn Unternehmen konnten ihre Umsätze in den zurückliegenden sechs Monaten steigern. Die durchschnittliche Auslastung der Produktionskapazitäten ist erstmals seit fast zwei Jahren zurückgegangen. Sie liegt jedoch immer noch deutlich über dem langjährigen Durchschnitt.
Lage der Dienstleister deutlich verbessert
Bei den Dienstleistungsunternehmen hat sich die bereits gute Geschäftslage der zurückliegenden Umfrage nochmals verbessert. Sieben von zehn Dienstleistungsbetrieben bezeichnen ihre gegenwärtige Situation als gut, nur vier Prozent melden schlechte Geschäfte. Das sind die besten Werte unter allen Wirtschaftssektoren. Jedes zweite Unternehmen berichtet von gestiegenen Umsätzen, bei nur jedem zehnten Befragten sind die Umsätze gesunken.
Handel nahezu unverändert positiv
Die gute Geschäftslage im Handel hat sich seit dem Herbst kaum verändert. Die Hälfte der Unternehmen meldet eine gute Lage, nur sechs Prozent eine schlechte Geschäftssituation.
Leichte Rückläufe der Geschäfte im Bau
Die Geschäfte der Unternehmen im Baugewerbe sind leicht zurückgegangen. Dennoch sind die Betriebe überwiegend zufrieden mit ihrer aktuellen Lage. Jeder vierte Betrieb bezeichnet seine Geschäftssituation als gut, nur sechs Prozent sind unzufrieden.
Unternehmen erwarten Verbesserungder Geschäfte
Obwohl die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen für das Jahr 2012 nicht optimal sind und die Schuldenproblematik in Europa weiterhin ungeklärt ist, sind die meisten Unternehmen im Kammerbezirk zuversichtlich, dass sich die gute Konjunktur weiterhin positiv entwickeln wird. Jedes vierte Unternehmen rechnet mit einer günstigen Entwicklung der Geschäfte, jeder fünfte Befragte geht von einer ungünstigen Entwicklung aus.
Dynamik der Auslandsnachfrage schwächt sich ab
Das Exportgeschäft der Industrieunternehmen läuft weiterhin gut. Jeder zweite Betrieb konnte seine Auslandsumsätze steigern. Weniger Unternehmen als zuletzt – jedoch weiterhin eine Mehrheit der Befragten – gehen allerdings davon aus, dass die Auslandsnachfrage weiter steigen wird. Ein Viertel der Industriebetriebe rechnet mit steigenden Auslandsgeschäften. Jedes sechste Unternehmen erwartet dagegen einen Rückgang der Exporte.
Auch wenn die Personalplanungen der Unternehmen im Kammerbezirk überwiegend positiv sind, so verliert die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten an Schwung. Jeder vierte Betrieb rechnet in den nächsten Monaten mit einem Zuwachs des Personals, jedes sechste Unternehmen geht von einem Beschäftigungsabbau aus. Aktuell liegt die Arbeitslosenquote im Kammerbezirk Aachen bei 7,5 Prozent und ist damit geringfügig unter dem Niveau des Landes Nordrhein-Westfalen (7,6 Prozent).
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Ergebnisse in den Teilregionen:
Stadt Aachen
Die sehr gute Geschäftslage der Unternehmen in der Stadt Aachen hat sich seit dem Herbst nicht verändert. 56 Prozent aller Betriebe bewerten ihre Lage positiv, nur fünf Prozent negativ. Sehr positiv ist die Geschäftslage bei den Dienstleistern (Saldo: +70), in der Industrie (Saldo: +47) und im Großhandel (Saldo: +47). Die Geschäftserwartungen haben sich verbessert. 30 Prozent der Unternehmen rechnen mit besseren, 15 Prozent mit schlechteren Geschäften. Der Saldo von +15 ist der beste Wert der Geschäftserwartungen im Kammerbezirk. Zuversichtlich sind insbesondere der Einzelhandel (Saldo: +25) und die Dienstleister (Saldo: +21).
Übrige Städteregion Aachen
In der übrigen Städteregion Aachen bezeichnen 52 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut, nur ein Prozent ist nicht zufrieden. Vor allem die Dienstleister melden mit einem Saldo von +63 eine überdurchschnittlich gute Geschäftslage. Gut geht es auch dem Großhandel (Saldo: +54) und der Industrie (Saldo: +49). Die Geschäftsaussichten sind überwiegend positiv. 24 Prozent rechnen mit einer Verbesserung der Geschäfte, 17 Prozent mit einer Verschlechterung. Zuversichtlich sind vor allem der Großhandel (Saldo: +24) und die Industrie (Saldo: +12).
Kreis Düren
Im Kreis Düren schätzen 47 Prozent aller Betriebe ihre Geschäftslage als gut ein, sieben Prozent als schlecht. Von einer guten Lage berichten vor allem der Großhandel (Saldo: +83) und die Dienstleister (Saldo: +51). Die Geschäftserwartungen sind jedoch überwiegend negativ: 18 Prozent erwarten bessere Geschäfte, 21 Prozent schlechtere. Gut sind die Geschäftsaussichten vor allem bei den Dienstleistern (Saldo: +18). Besonders im Baugewerbe erwartet dagegen eine deutliche Mehrheit eine Verschlechterung der Geschäfte (Saldo: -55).
Kreis Euskirchen
Im Kreis Euskirchen hat sich die gute Geschäftslage geringfügig verschlechtert. 49 Prozent der Befragten bewerten ihre Lage positiv, vier Prozent negativ. Gut geht es vor allem den Dienstleistern (Saldo: +57), dem Großhandel (Saldo: +57) und dem Baugewerbe (Saldo: +57). Die Geschäftserwartungen sind verhalten zuversichtlich. 24 Prozent der Befragten rechnen mit einer Verbesserung der Geschäfte, 22 Prozent mit einer Verschlechterung. Besonders die Industrie geht von einer Verbesserung der Geschäfte aus (Saldo: +39).
Kreis Heinsberg
Im Kreis Heinsberg berichten 61 Prozent der Unternehmen von einer guten und acht Prozent von einer schlechten Geschäftslage. Der Saldo von +53 ist der beste Wert der Geschäftslage im Kammerbezirk. Gut geht es insbesondere den Dienstleistern (Saldo: +72), dem Einzelhandel (Saldo: +61) und der Industrie (Saldo: +49). Die Geschäftsaussichten sind wenig zuversichtlich. 17 Prozent erwarten eine gute Geschäftsentwicklung, 33 Prozent eine schlechte. Am besten bewertet der Einzelhandel (Saldo: +13) die Entwicklung der Geschäftslage.
© IHK Aachen
Für die Richtigkeit der in dieser Website enthaltenen Angaben können wir trotz sorgfältiger Prüfung keine Gewähr übernehmen.
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