IHK-Konjunktur Frühjahr 2017

Die Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs

Die positive Konjunkturentwicklung zum Jahresbeginn hat sich im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen fortgesetzt. "Die anziehende Weltwirtschaft trägt dazu bei, dass sich die gute Lage der Unternehmen nochmals verbessert hat", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer.

 
Aktuell beurteilt mehr als die Hälfte aller Betriebe ihre derzeitige Situation als gut. Nur etwa jedes zehnte Unternehmen ist unzufrieden. "Das ist die beste Lagebeurteilung seit fünf Jahren", betont Bayer. Das geht aus der jüngsten Konjunkturumfrage der IHK Aachen hervor, an der sich 251 Unternehmen mit insgesamt fast 26.000 Beschäftigten beteiligt haben.
Bei drei von zehn Befragten hat sich die Ertragslage seit Jahresbeginn verbessert; bei rund einem Fünftel ist sie gesunken. Ein Ende des Aufschwungs ist laut der Umfrage weiterhin nicht in Sicht. Ein Drittel der Unternehmen rechnet damit, dass sich die Geschäfte in den kommenden Monaten positiv entwickeln, nur jeder siebte Betrieb geht von einer ungünstigen Entwicklung aus.
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Der Mangel an geeigneten Fachkräften wird allerdings immer stärker zu einem Risiko für das wirtschaftliche Wachstum. Inzwischen wird dies von jedem zweiten Betrieb so gesehen. "Mit Blick auf die neue Legislaturperiode sehen die Unternehmen deshalb den größten Handlungsbedarf im Bereich der Bildung und Fachkräftesicherung", erklärt Bayer. Daneben gelten vor allem die Themen Infrastruktur und Gewerbeflächen sowie der Bürokratieabbau als wichtige Aufgaben für die neue Landesregierung.
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Lage in der Industrie verbessert sich
Die Situation der Industriebetriebe in der Region Aachen hat sich seit dem Jahresbeginn positiv entwickelt. Jedes zweite Unternehmen meldet gute Geschäfte – so viel wie zuletzt im Herbst 2011. Ursache dieser Entwicklung sind vor allem Umsatzsteigerungen. Bei annähernd der Hälfte der Betriebe ist der Umsatz gestiegen, bei einem Fünftel ist er gesunken. Die Auslastung der Produktionskapazitäten ist geringfügig gestiegen – von 81 auf 82 Prozent. Sie liegt damit über dem Niveau des langjährigen Durchschnitts von 80,1 Prozent.
Dienstleister sind sehr zufrieden
Die äußerst positive Situation im Dienstleistungssektor hat sich seit dem Jahresbeginn noch einmal verbessert. Mehr als die Hälfte der Unternehmen meldet gute Geschäfte, nur fünf Prozent sind unzufrieden. Die Umsätze haben sich ebenfalls positiv entwickelt, allerdings geringer als noch zuletzt. Bei vier von zehn Befragten ist der Umsatz in den zurückliegenden sechs Monaten gestiegen, bei einem Fünftel ist er gesunken.
Handel ist auf hohem Niveau stabil
Die sehr gute Geschäftslage im Handel hat sich seit Jahresbeginn nicht verändert. Fast die Hälfte aller Unternehmen ist mit der aktuellen Situation zufrieden, nur sieben Prozent sind unzufrieden. Im Großhandel beurteilen vier von zehn Betrieben ihre Lage als gut; kein Unternehmen ist unzufrieden. Im Einzelhandel ist die Lage bei einer deutlichen Mehrheit der Betriebe weiterhin positiv, allerdings bei weniger Unternehmen als zuletzt. Die Hälfte der Befragten bewertet das aktuelle Geschäft als gut, jeder zehnte Betrieb ist unzufrieden.
Lage im Bau erreicht Allzeithoch
Das Baugewerbe profitiert weiterhin von den niedrigen Zinsen, gestiegenen Löhnen und einer soliden Konjunktur. Zwei Drittel aller Baubetriebe sind mit ihrer gegenwärtigen Lage zufrieden, keines ist unzufrieden. Dabei handelt es sich um die besten jemals gemeldeten Werte im Baugewerbe.
Unternehmen erwarten wachsendes Auslandsgeschäft
Der Export der Industriebetriebe hat in den zurückliegenden Monaten spürbar angezogen. Jedes dritte Unternehmen berichtet von gestiegenen Auslandsumsätzen, bei jedem fünften Befragten sind die Exportumsätze gesunken. Gleichzeitig haben die Auftragseingänge aus dem Ausland  eine überwiegend positive Tendenz: Ein Viertel der Unternehmen meldet eine gestiegene Auslandsnachfrage, nur jeder Zehnte berichtet von einem Rückgang. Die Erwartungen an das Auslandsgeschäft bleiben daher weiterhin überwiegend positiv, allerdings auf einem niedrigeren Niveau als zuletzt. Rund ein Viertel aller Industriebetriebe rechnet mit einer positiven Entwicklung des Exports, zwölf Prozent haben ungünstige Aussichten.
Erträge entwickeln sich positiv
Die Ertragslage der Unternehmen hat sich in den vergangenen Monaten überwiegend verbessert. Drei von zehn Betrieben berichten von gestiegenen Erträgen, bei einem Fünftel der Befragten sind die Erträge gesunken.
Unternehmen erwarten weniger Ertragswachstum
Die Betriebe melden weiterhin eine positive Ertragslage, jedoch sind es weniger Betriebe als zum Jahresbeginn. Bei drei von zehn Unternehmen sind die Erträge gestiegen, bei einem Fünftel sind sie gesunken.
Unternehmen haben weiter Personalbedarf
Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wird sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen. Ein Viertel aller Betriebe rechnet mit einem Anstieg der Beschäftigung, ein Fünftel erwartet einen Rückgang. Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wird sich daher weiter fortsetzen. Die Arbeitslosenquote in der Region Aachen liegt aktuell bei 7,1 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte niedriger als ein Jahr zuvor. In Nordrhein-Westfalen beträgt die Quote 7,5 Prozent, auf Bundesebene liegt sie bei 5,8 Prozent.

Geschäftslage und -erwartung in den Teilregionen

Städteregion Aachen: Stadt Aachen
Die Lage der Unternehmen in der Stadt Aachen bleibt auf einem hohen Niveau. 68 Prozent aller Betriebe bewerten sie als gut, nur sieben Prozent sind unzufrieden. Vor allem im Baugewerbe (Saldo: +100) und bei den Dienstleistern (Saldo: +66) ist die Situation besonders gut. Die Geschäftsaussichten haben sich seit dem Jahresbeginn verbessert: 39 Prozent der Unternehmen gehen von einer positiven Entwicklung der Geschäfte aus, neun Prozent von einer negativen. Die besten Aussichten haben ebenfalls das Baugewerbe (Saldo: +58) und die Dienstleister (Saldo: +41).
Übrige Städteregion Aachen
Im ehemaligen Kreis Aachen melden 39 Prozent der Betriebe gute Geschäfte, zehn Prozent sind unzufrieden. Am besten ist die Lage bei den Dienstleistern (Saldo: +46) und in der Industrie (Saldo: +30). Die Unternehmen erwarten für die kommenden Monate überwiegend auch eine Steigerung der Geschäftslage: 28 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung, 15 Prozent mit einer Verschlechterung. Am zuversichtlichsten sind der Großhandel (Saldo: +83) und das Baugewerbe (Saldo: +36).
Kreis Düren
Im Kreis Düren bewerten 41 Prozent aller Betriebe ihre gegenwärtige Situation positiv, nur sieben Prozent bezeichnen sie als schlecht. Überdurchschnittlich gut ist die Lage im Großhandel (Saldo: +73) und im Baugewerbe (Saldo: +55). Die Aussichten haben sich weiter aufgehellt: 34 Prozent der Unternehmen gehen von besseren Geschäften in den kommenden Monaten aus, 15 Prozent erwarten eine Verschlechterung. Positiv sind die Erwartungen vor allem im Baugewerbe (Saldo: +45).
Kreis Euskirchen
Die Geschäftslage der Unternehmen im Kreis Euskirchen hat sich seit Jahresbeginn deutlich verbessert: 52 Prozent der Betriebe sind zufrieden, zwölf Prozent sind es nicht. Von überwiegend guten Geschäften berichten das Baugewerbe (Saldo: +67) und die Dienstleister (Saldo: +42). Die Aussichten sind zwar rückläufig, bleiben aber im positiven Bereich: 14 Prozent aller Betriebe rechnen mit einer Verbesserung der Geschäfte, elf Prozent mit einer Verschlechterung. Positive Erwartungen hat insbesondere der Großhandel (Saldo: +32).
Kreis Heinsberg
Die gute Lage der Unternehmen im Kreis Heinsberg hat sich kaum verändert: 55 Prozent der Befragten bezeichnen ihre Geschäftslage als gut, zwölf Prozent als schlecht. Gut geht es vor allem dem Baugewerbe (Saldo: +60) und dem Einzelhandel (Saldo: +59). Gleichzeitig erwartet die überwiegende Zahl der Unternehmen eine positive Entwicklung: 45 Prozent rechnen mit einer Verbesserung der Geschäfte, 25 Prozent mit einer Verschlechterung. Besonders hoch sind die Erwartungen im Baugewerbe (Saldo: +73) und im Einzelhandel (Saldo: +41).