Tihange

IHK-Vollversammlung fordert Reaktor-Sanierung

Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen fordert die Sanierung des umstrittenen Reaktors 2 des nahegelegenen belgischen Kernkraftwerks Tihange.

"Die durch die belgischen Behörden geforderten und zum Teil bereits begonnenen, aber verzögerten Maßnahmen – etwa die gefilterte Druckentlastung als Ergebnis der europäischen Stresstests – sollen forciert werden, um einen möglichst sicheren Betrieb zu gewährleisten. Bis dahin sollte die Anlage außer Betrieb gesetzt werden", heißt es in dem Beschluss. Das Wirtschaftsparlament der Region begründete seinen Appell mit dem Engagement "für ein sicheres Leben und Arbeiten, aber auch für den Erhalt des attraktiven Wirtschaftsstandortes".
Der Beschluss war infolge eines Vortrages von und nach einer Diskussion mit Gastredner Professor Dr. Hans-Josef Allelein entstanden. Der Inhaber des Lehrstuhls für Reaktorsicherheit und -technik der RWTH Aachen hatte in der IHK-Vollversammlung über die Sicherheit der belgischen Kernkraftwerke in Tihange vor allem mit Blick auf die Region Aachen referiert. "Es hat sich eine intensive Debatte entwickelt, nach der die Unternehmer mit einer deutlichen Mehrheit zu einem klaren Ergebnis gekommen sind", resümierte IHK-Präsident Bert Wirtz.
Die Kammer soll dem Handel bei der Digitalisierung helfen
Des Weiteren haben sich die Mitglieder der IHK-Vollversammlung für die Entwicklung eines Konzepts zur Stärkung des inhabergeführten Einzelhandels durch digitale Anwendungen ausgesprochen. Mit Unterstützung der RWTH Aachen, der FH Aachen, dem digitalHUB Aachen e.V. und Betrieben soll die IHK in den nächsten Monaten, die rund 14.000 Einzelhändler in der Region bei der Digitalisierung und der Entwicklung eigener Konzepte unterstützen.
"Der Handel befindet sich in einem permanenten Strukturwandel: Er hat Antworten auf das Erstarken von Filialkonzepten, Teleshopping, Versandhandel, Flächenzuwachs und Ansiedlungen auf der ‚Grünen Wiese‘ gefunden", sagt IHK-Präsident Bert Wirtz. Nun gehe es darum, die Digitalisierung individuell für stationäre Händler zu nutzen, denn das Internet habe die Erwartungen und das Kaufverhalten der Kunden spürbar verändert. In der Folge sollen laut Schätzungen bis zum Jahr 2020 bundesweit rund 50.000 von insgesamt 460.000 Einzelhändlern schließen.
IHK-Pressemeldung vom 18. Januar 2017