Industriepolitik

IHK fordert eine leistungsfähige Infrastruktur

Die IHK Aachen hat sich wiederholt für die Schaffung leistungsfähiger Verkehrswege und ausreichender Gewerbeflächen in der Industrieregion Aachen ausgesprochen. "Gelingt es nicht, eine starke Infrastruktur und wettbewerbsfähige Energiepreise zu erhalten, besteht die Gefahr, dass Produkte aus unserer Region künftig im Ausland hergestellt werden", warnt IHK-Geschäftsführerin Anke Schweda.

Am Beispiel der Zuckerfabrik in Euskirchen zeige sich die enge Verflechtung von Verkehrsanbindung, Gewerbeflächen und Energiepolitik besonders gut. "Die Anlieferung durch die Landwirte und der Abtransport durch die Spediteure erfordern eine effiziente Anbindung an das Straßen- und Schienennetz", betont Wilhelm Oberdieck, Prokurist der Pfeifer & Langen GmbH & Co. KG. Der Betrieb verarbeitet Zuckerrüben von mehr als 1.000 Landwirten und liefert einen wesentlichen Teil seiner Produktion an die Nahrungs- und Genussmittelhersteller in der Region Aachen.
Neben einem leistungsfähigen Verkehrssystem müssten Industrie- und Gewerbeflächen mit der richtigen Quantität und Qualität an geeigneten Standorten ermöglicht werden, heißt es vonseiten der IHK. "Die alleinige Beanspruchung von Brachflächen reicht für eine wirtschaftliche Entwicklung in der Region nicht aus", betont Schweda: "Seit 20 Jahren ist die industriell genutzte Fläche konstant geblieben. Auf diesem engen Raum können Arbeitsplätze und Wohlstand nicht gesichert werden." Deshalb hatte die IHK vor kurzem 500 Hektar zusätzliche Gewerbefläche beim Land gefordert.
Das Beispiel der auf die Braunkohle angewiesenen Zuckerfabrik in Euskirchen zeige außerdem, dass eine bezahlbare Energieversorgung gewährleistet sein müsse. "Die erneuerbaren Energien sind noch nicht so weit entwickelt, dass sie den durch unsere 'Rübenkampagne' geprägten Produktionsprozess unterstützen können", sagt Oberdieck.
Pressemeldung vom 13. April 2017